In diesem Monat gehe ich das Thema Objektphotographie an. Da das Wetter noch nicht optimal ist, um draußen nach frischen Themen zu jagen, bleibt das Thema Stillleben ein sehr anspruchsvolles Ereignis.

Zuerst benötigt man ein Paar Requisite:

  • Einen Aufnahmetisch bestehend aus zwei Platten aus hartem Pressholz weiß beschichtet, 54 x 36 x 0,4 (im Baumarkt erhältlich – B x H x D in cm) samt Befestigungen und 4 x Füße aus Filz
  • Zwei Tageslichtleuchten samt Lichtstative
  • Einen guten Blitz z. B. Metz Mecablitz 52 AF 1 Digital
  • Filterfolien für die Leuchten (2 x RGB aus DIN A4 farbigen Schutzfolien und 2 x Lichtdurchlässig Faserpapier 80 g/m²) geschnitten auf (B x H in cm) 20 x 20
  • RGB Filterfolien für den Blitz geschnitten auf (B x H in cm) 13,5 x 6
  • Vier Schminckspiegel  8 x 6 (beim Drogeriemarkt zu finden – B x H in cm) samt Ministative (Bilora)
  • Modellier- und Haftpaste um Objekt zu befestigen (leicht abnehmbar)
  • Für den Hintergrund: vier Mal DIN A2 Blatt in den Farben Schwarz, Weiß, Grau und Gelb
  • Büroklammer Groß (eine Dose hat vier Stücken) um das Hintergrundblatt an dem Aufnahmetisch zu befestigen
  • Büroklammer Klein (eine Dose hat 20 Stücken) um die Filter an den Leuchten zu befestigen

 

Die Kosten für die selbstgebauten Teile betragen höchstens 50 Euro. Also ganz im grünen Bereich.  Wer keine Lust hat, selber den Aufnahmetisch zu basteln, findet im Fotofachhandel einen großen Vielfalt an Aufnahmetischen, vom Einfachen bis hin zum Professionellen sogar mit Schienensystem, Beleuchtung usw.. Die Preise pendeln zwischen 39,00 und 700,00 Euro. Die Größe des Tisches samt Aufnahmezubehör bleiben alles auch eine Frage des Platzes und der Anwendung.Den Aufnahmetisch zusammenbauen, indem man die zwei Platten in einem 90° Winkel befestigt und die Füße aus Filz unter eine der beiden Platten kleben. Die Befestigungen von den Ministativen herausnehmen und je auf einem Schminckspiegel in der Mitte kleben. Wenn alles trocken ist, dann den Spiegel auf dem Stativ befestigen, aber bitte nicht fest zudrehen.

Ein farbiges Hintergrundblatt wählen und mittels des großen Büroklammerns an dem Aufnahmetisch befestigen, so das sich im hinteren Bereich einen gleichmäßigen Bogen bildet. Bei dunklen Objekten stets einen hellen Hintergrund bevorzugen und bei hellen Objekten umgekehrt.Die Kamera auf dem Stativ und die Leuchten auf den dazu geeigneten Stativen montieren und so stellen, dass das Licht niemals direkt auf dem Kameraobjektiv blendet. Entweder kommt das Licht aus dem Osten, dem Süden oder dem Westen. Diese Aufnahmeleuchten eignen sich nicht für Portraitphotographie.

Als Objektiv nimmt man ein festes Makro- oder Makrozoomobjektiv 17 – 70 mm, F 2,8-4,0.Das Objekt bzw. die Inszenierung soll Mitten auf dem Aufnahmetisch aufgestellt werden. Mittels des Spiegels kann man das Licht gut verteilen, so dass Fehlschatten abgeglichen werden. Bitte beachten, dass bei stark reflektierender Oberfläche, entweder die Objekte in einem Lichtzelt stellen oder die Kamera mit einem zirkulär polarisierenden Filter oder einem ND-Vario Graufilter aufrüsten.

Über Aufnahmen in einen Lichtzelt komme ich in einem nächsten Blogartikel zurück.Falls lieber mit Blitz gearbeitet wird, dann wird meistens ein indirektes Blitzlicht empfohlen, denn direktes Blitzlicht strahlt meistens zu stark auf das Objekt. Als Alternativ zum indirekten Blitzlicht, kann man einen Diffusor nutzen. Persönlich bin ich bei Objektaufnahmen keinen Freund der Blitzphotographie. Oder man will spezielle Effekte erzielen, wie zum Beispiel bei Tropfenaufnahmen – eine Kunst an sich, weil nur zwei Photographen weltweit in diesem Bereich spezialisiert sind.

Die Bildergalerie zeigt das gleiche Objekt, jedes Mal aber mit anderen Einstellungen aufgenommen. Und man kann sich sehr schnell einbilden, welche neuen Möglichkeiten sich dem Photograph bei Objektaufnahmen eröffnen. Mit dem Leuchtfilter kann man auch sehr viel experimentieren. Bei Schwarz/Weiß Aufnahmen werden die Kontrasten intensiviert. Bei Farbphotographie wird das gelb/rote Spektrum verstärkt, insbesondere, wenn das Objekt aus der Farbe grün/grau besteht. Je nach Objektfarbe lässt sich stets der passende Filter finden.

Um gute Aufnahmen zu erzielen, hängt es sehr vom Objekt bzw. von der Inszenierung ab, die eine Atmosphäre produziert, um Emotionen zu erwecken. Mit Wasser besprühte Obst und Gemüse ergeben eine umso bessere Aufnahme, als ohne. Funkelndes Objekt kann man mit einem ablösbaren matten Mittel besprühen. Um Rauch bei heißen Getränken auf den Aufnahmen sichtbar zu machen, entweder nimmt man Rauchstäbchen, die hinter der Tasse platziert werden, oder es wird Trockeneis direkt der Flüssigkeit beigegeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.